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Sicherer Operieren dank RFID-Chips
abgelegt im Archiv Technik von Christoph Römer am 19.07.06
Sicherer Operieren dank RFID-Chips
Angeblich passiert es bei jeder 15.000sten Operation, dass Ärzte irgendetwas im Körper des Patienten vergessen. Nein, das ist kein Witz, sondern kann im schlimmsten Fall erhebliche Komplikationen nach sich ziehen. So kommen laut ORF


bei einer Operation kommen durchschnittlich 50 dieser Tupfer und an die 100 weitere Operationswerkzeuge zum Einsatz.


Fachleute schätzen, dass bei etwa jeder 10.000sten bis 15.000sten Operationen ein Zellstofftupfer im Körper zurückbleibt. Ein Behandlungsfehler, der oftmals zu schweren Entzündungen führt und manchmal sogar tödlich endet.



Bis dato wurde durch einfaches Nachzählen versucht, diesem Problem zu begegnen. So schreibt der Spiegel:


In vielen Krankenhäusern zählen die medizinische Teams daher alle Operationsutensilien vor und nach dem Eingriff und auch während der Arbeit. Einen fehlenden blutgetränkten Tupfer jedoch im Bauchraum wiederzufinden, kann zu einer nervenaufreibenden Aufgabe werden.


Abhilfe schafft künftig RFID-Technologie. Das Aerzteblatt schreibt hierzu:


Funkchips sollen künftig verhindern, dass Chirurgen bei Operationen medizinische Instrumente oder Mulltupfer im Körper eines Patienten vergessen. Solche so genannten RFID-Chips werden heute in Kaufhäusern genutzt, um Kleidung und Waren vor Diebstahl zu schützen. Am Ende der Operation könnte dann der Körper des Patienten abgescannt werden, um eventuell vergessene Binden oder chirurgische Instrumente aufzuspüren. Wissenschaftler um den Anästhesiearzt alex Macario von der Universität in Stanford testeten solche Chips erstmals im Operationssaal. Die Forscher veröffentlichen ihre Studienergebnisse in den "Archives of Surgery"


[...]Für die Studie verwendeten Macario und sein Team Mulltupfer, denen jeweils Chips mit einem Durchmesser von zwanzig Millimetern und einer Breite von zwei Millimetern angeheftet waren. Acht Patienten hatten eingewilligt, an der Studie teilzunehmen. Bei diesen legte ein Chirurg jeweils am Ende einer Operation einen oder zwei Mulltupfer mit Chip an den Ort des chirurgischen Eingriffs und fügte die Haut an der Schnittstelle aneinander. Ein anderer Arzt benutzte einen speziellen Scanner, um die Tupfer aufzuspüren. In jedem Fall entdeckte der Mediziner korrekt die eingefügten Stücke aus Gaze in durchschnittlich weniger als drei Sekunden.



Die Forscher um Macario halten daher die Chips für eine effektive Methode, um Operationen sicherer zu machen. Die Schwierigkeit bestehe jedoch darin, dass die Chips auf den Instrumenten störend wirken können und für manche Operationsutensilien noch zu groß sind.




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