RFID-Pässe schaffen Raum für neue Verbrechen
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Lust auf ein Horrorszenario? Dann werfen Sie mal einen Blick in die Online-Ausgabe des Neuen Deutschlands. Hier werden eine Reihe möglicher Verbrechen aufgelistet, die allesamt die neuen und mit RFID-Chips versehenen Reisepässe nutzen. Und offen gestanden: Auch wenn BKA-Präsident Ziercke von realitätsfernen Versuchsanordnungen spricht, möglich sind einige der Gruseligkeiten durchaus.
Das fängt damit an, dass jemand die Daten eines RFID-Passes kopiert und sich so eine zweite Identität schafft:
Der BAC-Schlüssel zum Auslesen zweier Datengruppen des Chips ist auf dem Dokument aufgedruckt. Wer davon legal eine Kopie anfertigt (Grenzkontrollbehörden, aber auch Hotels, Reisebüros oder Mietwagenfirmen) oder sie sich illegal verschafft, kann den Chip unberechtigt auslesen, den Ausweisinhaber auch überwachen. Den Schlüssel zum Chip-Zugang auf dem Ausweis aufzudrucken, »widerspricht sämtlichen Standards der Informationssicherheit«, betonte Grunwald. Das Risiko werde auch durch den für den Zugriff zu den gespeicherten digitalisierten Fingerabdrücken geplanten EAC-Schlüssel nicht gelöst, da seine Gültigkeit im Ausland nicht geprüft werden kann.
So können falsche Spuren hinterlassen werden, die die echten Passinhaber in ernstliche Schwierigkeiten bringen können. Kein Wunder, dass eine Reihe von Kritikern auf den Plan treten:
Immerhin empfahl Prof. Dr. Christoph busch vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung, die Gefahr »personalisierter Bomben« dadurch zu mindern, den ePass in einer »mit Alufolie gefütterten Brieftasche« zu tragen.
Die Datenschützer Peter Schaar und Sönke Hilbrans stellten angesichts dessen den Nutzen von e-Pässen generell in Frage. Zumal sie offenbar dank der hohen Qualität der bisherigen deutschen Pässe nicht etwa aus Gründen der Fälschungssicherheit nötig sind.
Ob sich dadurch der "Fortschritt" made in Germany aufhalten lässt, glaube ich allerdings nicht.
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