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Neue Akkutechnologie in Sicht

abgelegt im Archiv Technik am 10.07.06

Neue Akkutechnologie in Sicht
Ausgerechnet der Kosmetikkonzern Estee Lauder hat mit einer neue Erfindung möglicherweise die Akkutechnologie im RFID-Bereich revolutioniert oder zumindest deutlich verändert. Kleine Akkustreifen auf einem Pflaster sollen dafür sorgen, dass Augenfalten mit Strom reguliert werden. Klar, dass diese Akkustreifen auch in anderen Bereichen zum Einsatz kommen können. ComputerPartner schreibt hierzu:


Noch erreichen solche Akku-Streifen nicht die Energiedichte herkömmlicher Akkus. Aber die Entwicklung geht in die Richtung, nur wenige Mikrometer bis hundert Mikrometer dünne, biegsame und wiederaufladbare Batterien mit höherer Output- und Energiedichte zu entwickeln. Vor einigen Jahren wurde ein nur wenige Millimeter dünner Litium-Polymer-Akku vorgestellt, dessen Elektrolyt aus einem Gel bestand. Es fand sich dafür aber damals keine Anwendung.


Heute gibt es aber eine Reihe von Produkten, die auf hauchdünne Batterien oder Akkus angewiesen sind. Am naheliegendsten sind E-Paper, RFID-Tags und Smartcards. Aber als Estée Lauder seinen Augenfalten vorstellte, waren die Batterie-Experten baff. Denn während sie sich bisher darauf konzentriert haben, die Kapazitäten für Auto- und Notebook-Batterien hochzuschrauben, kam ihnen diese Anwendung doch etwas wie vom anderen Stern vor. Aber Postkarten mit elektronischen Grußbotschaften sind ja schließlich auch etwas "artfremd".


Es wird aber erwartet, dass die dünnen, biegsamen Akkus bald aus ihrer Nische und aus artfremden Anwendungen heraustreten werden.



Die Industrie zumindest, wird auf die neue Technologie setzen. Im TecChanel lesen wir:


Eine Reihe von Unternehmen haben bereits angekündigt, dünne, biegsame Batterien zu vermarkten. Dazu gehören Power Paper aus Israel sowie NEC und Geomatec aus Japan. Dabei gehen sie zum Teil recht unterschiedliche Wege. NEC setzt auf organische Radikale, die sehr schnell Strom aufnehmen und abgeben können und mit mehreren Zellen für Notbatterien in Autos und Notebooks eingesetzt werden sollen.


Die von Geomatec und der japanischen Iwate University entwickelten hauchdünnen Li-Ion-Akkus sind einschließlich Elektrolyt gänzlich aus Festkörpern (solid state). Durch Kathodenzerstäubung (Sputtern, Schichtabschneidung) werden sie aber auf ein Glas- oder Kunststoffsubstrat aufgetragen, womit sie auch als biegsame Akkus realisiert werden können.


State-of-theart und bei Estée Lauder und bei Postkarten eingesetzt wird die Lösung von Power Paper, die auf Drucktechnologie setzt. Die nur 500 Mikrometer dünnen Streifen haben eine Mangandioxid-Kathode (MnO2) und eine Zink-Anode (Zn). Die Spannung liegt bei 1,5 V, die Stromstärke bei 30 Mikroampere. Die Batterie soll für zwei bis drei Stunden Strom liefern.




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